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Die palästinensischen Gebiete - Unsere Projekte

Ein Projektbüro für dvv international in Ramallah befindet sich im Aufbau.

Ansprechpartnerin für dvv international in den Palästinensischen Gebieten:

Maha Smoom
Smoom@dvv-international.jo

Tel.: 00972 (0)599 79 73 04

Ansprechpartnerin beim dvv international in Bonn:
Karen Langer
E-Mail: langer@dvv-international.de

dvv international engagiert sich seit Anfang 2010 in den Palästinensischen Gebieten. Die Palästinensische Autonomiebehörde hat erst nach den Friedensverhandlungen mit Israel 1993 begonnen, staatsähnliche Strukturen aufzubauen - mit beachtlichem Erfolg. Zurückgeworfen wurde die Region von der zweiten Intifada und der Spaltung zwischen der säkularen reformorientierten Partei Fatah, die seit 2007 das Westjordanland dominiert und der islamisch ausgerichteten Hamas, die sich 2006 im Gazastreifen etabliert hat. Beide Landesteile bilden seither parallele Institutionen aus.

Die Besatzung und die internen Auseinandersetzungen behindern die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in den Palästinensischen Gebieten. Im Westjordanland liegt die Arbeitslosigkeit bei rund 20 Prozent, bei jungen Erwachsenen sogar bei 30 Prozent. Seit dem Krieg mit Israel im Winter 2008/2009 ist die Armuts- und Arbeitslosenrate im Gazastreifen Schätzungen zu Folge auf über 60 Prozent gestiegen.

Das palästinensische Bildungswesen ist gut aufgestellt. Alle Jungen und Mädchen besuchen die Schule. Die Palästinensischen Gebiete mit rund drei Millionen Einwohnern im Westjordanland und etwa einer Million Menschen im Gazastreifen weisen mit zwei bis sieben Prozent die niedrigste Analphabetenrate der Arabischen Welt auf. 

Internationale Organisationen unterstützen die Regierung in Ramallah bei umfassenden Reformvorhaben im Schulwesen und der beruflichen Bildung. Aufgrund der Intifada, in der viele Schulen monatelang geschlossen waren, und der weit verbreiteten Armut (etwa ein Fünftel der Palästinenser lebt unterhalb der Armutsgrenze) nimmt die Zahl der jungen Erwachsenen ohne Schulabschluss jedoch zu.

Die Regierung in Ramallah hat dieses Problem erkannt und sich in ihrer Bildungsstrategie dazu verpflichtet, die non-formale Erwachsenenbildung zu stärken und Möglichkeiten zum Lebenslangen Lernen zu schaffen.  Die meisten Universitäten unterhalten Zentren für Weiterbildung, die der breiten Bevölkerung offen stehen und zum Teil ausgezeichnete Veranstaltungen anbieten. Zudem führen internationale und lokale NGOs zahlreiche Bildungsprojekte durch, die jedoch kaum aufeinander abgestimmt und miteinander vernetzt sind oder zu anerkannten Abschlüssen führen. 

Um die Chancen und Perspektiven der Menschen in den Palästinensischen Gebieten zu verbessern, unterstützt dvv international das Bildungsministerium und verschiedene Bildungsanbieter dabei, das Angebot der non-formalen Erwachsenenbildung auszubauen und zu verbessern. Dabei stehen die Aus- und Fortbildung von Erwachsenenbildnern und Entscheidungsträgern, die Förderung von Frauen und der ländlichen Bevölkerung sowie die Vernetzung verschiedener Bildungsträger im Vordergrund.

Unsere Projekte

Aus- und Weiterbildung von Multiplikator/innen

Aufbauend auf Planungsworkshops mit dem Bildungsministerium in Ramallah sowie einer Bedarfsanalyse in den Gouvernoraten Tulkarem, Qalqilya und Salfit im Norden der Westbank fördert dvv international gezielt die methodische Ausbildung von Fachkräften der Erwachsenenbildung und unterstützt lokale Partnerorganisationen dabei, Curricula für dringend benötigte Erwachsenenbildungskurse zu entwickeln. Das Institut für Lehrerfortbildung des Bildungsministeriums arbeitet darauf hin, eine neue Einheit speziell für die Aus- und Weiterbildung von Erwachsenenbildnern einzurichten und wird darin vom dvv international unterstützt.

Strategie für Lebenslanges Lernen

Das Bildungsministerium hat 2011 mit Unterstützung von dvv international eine Strategie für Lebenslanges Lernen zu entwickelt. Vertreter aller relevanten Ministerien, der Sozialpartner, Universitäten und führender NGOs haben die Schwerpunkte und Interventionen gemeinsam diskutiert. Im Laufe des Jahres 2012 soll diese Strategie verabschiedet und ein Aktionsplan zur Umsetzung entwickelt werden. dvv international wird den Prozess beratend begleiten und besonders für den Bereich der non-formalen Erwachsenenbildung Fachwissen zur Verfügung stellen.

Mehani/Steppingstone Vocational Training

Die berufliche Bildung in den Palästinensischen Gebieten befindet sich in einem umfassenden Reformprozess. Mit Unterstützung der GTZ hat die Regierung etwa eine neue Strategie für den Sektor erarbeitet und führt verschiedene Maßnahmen zur Stärkung der beruflichen Bildung durch. Doch es benötigt einen langen Atem und eine enge Zusammenarbeit mit den Berufsschulen, bis sich die Reformen in der Qualität der Ausbildungen bemerkbar machen. Gemeinsam mit der NGO Sharek Youth Forum unterstützt dvv international daher im Rahmen eines dreijährigen EU-finanzierten Projekts fünf berufsbildende Einrichtungen in der Verbesserung der Verwaltung, der Lehre und der Vernetzung mit anderen lokalen Akteuren.

Vernetzung und Qualifizierung von Institutionen der Erwachsenenbildung

Zahlreiche Organisationen in den Palästinensischen Gebieten bieten Bildungsprogramme für Erwachsene an. Mit einem umfassenden Capacity Building Programm, das größtenteils von der Europäischen Union finanziert wird, unterstützt dvv international diese Organisation dabei ihre Mitarbeiter weiter zu qualifizieren und hochwertige Bildungsprogramme anzubieten. Auch die Vernetzung der Institutionen untereinander sowie mit lokalen Entscheidungsträgern und dem privaten Sektor spielt eine wichtige Rolle, um bessere Bildungschancen für benachteiligten Bevökkerungsgruppen zu schaffen.

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