DVV » Länderprojekte » Lateinamerika
Ansprechpartnerinnen für Lateinamerika im dvv international in Bonn:
Tania Czerwinski (Südamerika)
E-mail: czerwinski@dvv-international.de
Dr. Beate Schmidt-Behlau (Mittelamerika)
E-mail: schmidt-behlau@dvv-international.de
Der brasilianische Präsident Luiz Inacio “Lula” da Silva sagte einmal: “Das XIX. Jahrhundert gehörte den Europäern, das XX. den Vereinigten Staaten und das XXI. wird das von Lateinamerika sein”.
In den letzten beiden Jahrzehnten konnten sich zwar die relativ jungen lateinamerikanischen Demokratien etwas festigen, aber gleichzeitig nahmen die sozialen und ökonomischen Unterschiede zu. Ursprüngliche Rechte, wie Zugang zu Gesundheit, Erziehung, Wohnung und sozialer Sicherheit werden immer mehr privatisiert und haben große Menschenmassen in die Armut und ins Elend getrieben. Mit der sozialen Fragmentierung und den sich immer mehr verschlechternden Arbeitsbedingungen, ausgelöst durch die klassischen Rezepte der orthodoxen Wirtschaftspolitik, wurden auch alte bewährte solidarische Sozialnetze zerstört.
Südamerika ist ein Kontinent mit immensen Bodenschätzen: z.B. große Öl- und Gasreserven in Venezuela und Bolivien, Mineralienvorkommen in der gesamten Region und sehr großen Kapazitäten bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln. Außerdem befinden sich in dieser Region 47% aller Süßwasserreserven der Erde, ein Reichtum, der immer mehr das Interesse multinationaler Konzerne erregt.
CEPAL geht in ihrem letzten Bericht zu den sozialen Verhältnissen davon aus, dass 213 Millionen Menschen in Lateinamerika als arm eingeschätzt werden. Das entspricht etwa 40% der Bevölkerung. Davon leben 88 Millionen (16,8 Prozent) unter Bedingungen des absoluten Elends.
Lateinamerika ist weiterhin die Weltregion, in der die größten Unterschiede zwischen reich und arm festzustellen sind. Diese Situation hat sich in den letzten 20 Jahren eher noch verschlechtert, auch wenn in einigen Ländern, wie z.B. Uruguay, Chile und Costa Rica punktuell Verbesserungen festzustellen sind.
Trotz ihres zunehmenden politischen Einflusses haben die indigenen Völker Lateinamerikas in den letzten zehn Jahren auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet kaum Verbesserungen erreichen können. Sie leiden weiterhin unter starker Armut, geringen Bildungschancen, einem höheren Krankheitsstand und mehr Diskriminierung als andere Bevölkerungsgruppen.
Partner in Lateinamerika
Die Arbeit von dvv international wird koordiniert von zwei Regionalbüros in Mexiko für Mittelamerika und in Bolivien für Südamerika. Aktuell unterstützt dvv international Projekte in Mexiko, Guatemala, Nicaragua, Honduras, Panama, Kuba, Kolumbien, Bolivien, Argentinien, Uruguay und Chile in Kooperation mit z,B,:
Thematisch handelt es sich um ein weites Feld mit sehr verschiedenen Arbeitsschwerpunkten. Dazu gehören:
Generell muss gesagt werden, dass die Erwachsenenbildung in allen Ländern Lateinamerikas eine untergeordnete Rolle spielt. Es gibt zwar in fast in allen Ländern verschiedene staatliche Bildungs- und Ausbildungsangebote, aber im Vergleich zur formalen Schulbildung und zu universitären Ausbildungsmöglichkeiten, führt die Erwachsenenbildung durchweg in allen Ländern ein Aschenputteldasein, eine Tatsache, die sich natürlich und vor allem in den dafür zur Verfügung gestellten Haushaltsmitteln widerspiegelt. Insbesondere die Erwachsenenbildung, die sich für die ärmeren Bevölkerungsschichten einsetzt, ist noch auf absehbare Zeit auf internationale Unterstützung angewiesen. Dabei spielt der relative Entwicklungsgrad der einzelnen Länder kaum eine Rolle, da es auch in den so genannten Schwellenländern kaum Bereitschaft gibt, ihre ärmsten Bürgerinnen und Bürger zu bedienen.